Die besten Lügen sind diejenigen, die man sich selbst erzählt.
Gar nicht so die, die man anderen aufbinden will, sondern jene, die man braucht, um sich selbst gut zu fühlen. Schwierig wird das Ganze, wenn sich ein Kollektiv belügt in einer kollektiven Angelegenheit wie Klimaschutz zum Beispiel. Alle wollen Veränderung, die wenigsten sind bereit sich zu verändern und am dünnsten gesät sind diejenigen, die den Anfang hin zur Veränderung machen wollen.
Besonders interessant ist das, wenn man das alles im Zeitgeist betrachtet: Veränderung wird im technischen oft mit Innovation gleichgesetzt, die eindeutig seit Twitter, Google und Facebook positiv im gesellschaftlichen Gedächtnis konnotiert ist, auch wenn es einen fahlen Nachgeschmack hat. Veränderung im klimatechnischen Sektor wird jedoch immer mit Restriktion und Einschränkungen gleichgesetzt. Nach dem Motto: „Die nehmen uns was weg und selbst, fahren sie dicke Autos und Privatjets“.
Veränderung macht Angst. Solange diese Furcht nicht von Zukunftsangst überholt wird, bleibt stets nur einer übrig, der willens ist den Anfang zu machen.
Nicht reden. Handeln.
Unser herzlicher Dank gilt der bulgarischen Künstlerin Silvia für die Möglichkeit, ihr Werk auf unserer Website präsentieren zu dürfen.
Was uns an diesem Bild besonders anspricht, ist seine gesellschaftliche Aussagekraft. Es erinnert daran, dass die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht am fehlenden Wissen scheitern. Wir wissen heute mehr denn je über den Klimawandel, über Energieeffizienz, über erneuerbare Energien und über die notwendigen Schritte zur Dekarbonisierung unserer Wirtschaft. Die technischen Lösungen liegen auf dem Tisch.
Und dennoch kommen wir oft nicht voran.
Zu häufig werden Probleme analysiert, diskutiert und erklärt, ohne dass daraus konkrete Maßnahmen entstehen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Gewohnheiten, Bequemlichkeit, Unsicherheit oder widersprüchliche Interessen bremsen notwendige Veränderungen. Das Ergebnis ist bekannt: Obwohl wir wissen, was zu tun wäre, handeln wir nicht oder zumindest nicht schnell genug.
Genau darin sehen wir die Botschaft dieses Kunstwerks. Es fordert dazu auf, den Schritt vom Erkennen zum Umsetzen zu wagen. Veränderung beginnt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und den Mut haben, ins Tun zu kommen.
Auch in unserer täglichen Arbeit erleben wir das immer wieder. Die größten Fortschritte entstehen nicht durch weitere Diskussionen über Energieeffizienz oder Klimaschutz, sondern durch konkrete Projekte, Investitionen und Entscheidungen. Jedes umgesetzte Energieaudit, jede sanierte Gebäudehülle, jede erneuerbare Heizanlage und jede Dekarbonisierungsstrategie ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Klimaschutz braucht Wissen. Noch mehr braucht er jedoch Entschlossenheit und Handlungsbereitschaft.
Oder, um die Botschaft des Bildes in drei Worten zusammenzufassen:
Nicht reden. Handeln.
Vielen Dank, Silvia, für dieses inspirierende Werk und den Denkanstoß, den es vermittelt.
